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| Es ist Donnerstag der 20.05.99: |
Unser Flug nach New York wird erst etwa eine Stunde später als
auf dem Ticket ausgedruckt starten.
Dann kommt endlich die Aufforderung zum Boarding, schnell sind wir in der B767 der
American Airways auf unserem Platz und ... warten wieder eine geschlagene Stunde bis der
Start endlich erfolgt. Nach dem etwa 8 Stunden dauernden Flug werden wir unseren Mietwagen
gegen 15:30 Uhr Ortszeit in Empfang nehmen können: Genau die richtige Zeit um während
der Rush-hour New York von Süd nach Nord mit dem Mietwagen zu durchqueren. |
| Donnerstag, 20.05.99 · Deutschland - New York - Albany |
... und genau so ist es dann auch. Pünktlich mit der einsetzenden
Rushour starten wir am Airport JFK und stürzen uns ins Getümmel auf New Yorks High- und
Freeways.
Über den Bruckner Expressway gehts durch Queens und vorbei am Tenniscourt von Flushing
Meadow erreichen wir die erste Tollbridge in die Bronx. Nach kurzen Stau und 3$ aus der
Portokasse dürfen wir drüber fahren, ordnen uns auf der anderen Seite falsch ein und
wären um ein Haar auf der Triboro Bridge Richtung Manhattan gefahren. Und das ist nun
nicht gerade unsere Richtung, denn wir wollen erst ein paar Tage in den Norden, heute erst
mal bis Albany, der Hauptstadt des Bundestaats New York. Der Rest wird sich dann finden -
alles hängt auch etwas vom Wetter ab. Wir erwischen noch eine Abfahrt auf den
Cross-Bronx-Highway, die mitten durch NYC führende I-95, und stehen prompt im Stau. Jetzt
stimmt zwar die Richtung, aber dafür gehts nicht mehr. In regelmäßigen Abständen
könnten wir an der Straße allerlei feine Sachen von fliegenden Händlern abkaufen:
Telefone, Telefone und nochmals Telefone. Wahrscheinlich ist hier gestern ein Truck mit
Telefonen umgekippt ...
Bald setzt sich die Blechlawine wieder in Bewegung und wir nähern uns der
George-Washington-Bridge: 14 Fahrspuren auf 2 Ebenen führen über die fast 2 km lange
Hängebrücke nach New Jersey hinüber. Ein paar Minuten Stielaugen gemacht und schon sind
wir drüber. Teilweise kam es einem so vor, als würde man zuerst durch eine Hauswand und
dann durch einen Tunnel fahren: aber dann kam die Brücke doch noch. Auf dem
Hudson-Parkway, für Trucks gesperrt, kommen wir schnell in Richtung Norden weiter. Aber
doch nicht schnell genug, denn kurz vor Albany benutzen wir dann lieber den Highway,
zahlen 2$ Maut und erreichen die Stadt gegen 20:30 noch vor Einbruch der Dunkelheit. Nach
einer halben Stunde Sucherei haben wir auch ein passendes Motel gefunden und mampfen dann
Abendbrot in einem Thai-Restaurant neben dem Motel. Das importierte "Radeberger"
verbleibt in der Reisetasche ... |
| Freitag, 21.05.99 · Albany - Lake Champlain |
Nach einer Nacht wie in Narkose fahren wir nach Norden Richtung Lake
Champlain; die genaue Route steht noch nicht fest, falls das Wetter paßt, wollen wir
vielleicht bis hoch nach Montreal ...
Erst mal gehts ostwärts nach New Hampshire, dann aber immer Richtung Norden durch die
grünen Wälder Vermonts. Wir durchfahren kleine Ortschaften im typischen Ostenglandstil;
weiß gestrichene Holzhäuser mit Veranden und Vorgärten ohne Gartenzäune. Außerdem
scheinen alle Rasenmäher der Region gleichzeitig im Einsatz zu sein. Eine Woche später
ist der offizielle Saisonstart zum Veteransday - also muß noch alles fein hergerichtet
werden.
Unser Weg führt über kleine Landsträßchen tief durch die Mittelgebirgslandschaft
Vermonts; kurz vor Burlington geraten wir dann in einen deftigen Stau und beschließen
hier zu übernachten.
Wir beziehen Quartier im "North Star"-Motel in Burlington am Lake Champlain,
einer gemütlich eingerichteten "Kellerwohnung". |
| Samstag, 22.05.99 · Lake Champlain - Montpellier - Mount Washington -
Ellsworth (Maine) |
Der Wetterbericht sagt nicht viel gutes für den Norden voraus; also
streichen wir Kanada und wollen dem Mount Washington bei noch hoffentlich gutem Wetter
einen Besuch abstatten. Über Montpellier erreichen wir das Golfhotel am Fuß des Mount
Washington an der Südwestseite des Berges.
Von hier aus dampft die gute alte Cog-Railway auf den Gipfel des Berges - wir wollen aber
von der Nordwestseite aus die Autostraße nach oben nehmen, denn der Fahrpreis mit der
dampfgetriebenen Eisenbahn kann sich sehen lassen - 45$ pro Nase.
An einer Rangerstation erhalten wir unser Permit und los kann es gehen - mit dem Auto bis
auf den Gipfel in knapp 2.000 m Höhe. Über unzählige Serpentinen erreichen wir nach
einigen Zwischenstops das Gipfelplateau - und da stehen sie schon, die alten Dampfrösser,
die in einer Stunde Fahrzeit und einem Verbrauch von 1 Tonne Kohle den Gipfel von der
anderen Seite her erreichen. Oben ist Platz für zwei dieser nostalgischen Züge und wir
beobachten das Schauspiel des Abfahrens und Ankommens der Züge. Bergabwärts sieht das
ganze recht leicht aus, aber bergauf blasen die Lokomotiven gewaltige Wolken schwarzen
Rauchs aus ihren Schornsteinen in die klare Bergluft ...
Die Aussicht von oben ist ganz fantastisch - ich denke so an die 100 km Fernsicht! Nach
gut 1½ Stunden auf dem Gipfel treten wir wieder die Talfahrt an und erreichen bald wieder
das Tal. Von Westen zieht es sich allmählich zu und wir beschließen nun so weit wie
möglich nach Osten weiter zu fahren, wenn möglich bis an die Atlantikküste Maines. Aber
in Ellsworth haben wir die Schnauze voll und quartieren uns in einem Quality-Inn ein. |
| Sonntag, 23.05.99 · Ellsworth - Acadia Nationalpark - Bar Harbour |
Heute steht keine große Etappe auf dem Programm - wir wollen in den
ca. 20 Milen entfernten Acadia-Nationalpark fahren und uns dann anschließend in Bar
Harbour eine Bleibe suchen.
Nach einem Frühstück bei "Dunkin' Donuts" kommen wir nach Bar Harbour und von
dort aus gleich zum Eingang des Parks. Mit dem Auto unternehmen wir eine ausführliche
Rundfahrt durch den Nationalpark an der Atlantikküste der USA - zuerst auf einen
Aussichtsberg und dann eine Rundfahrt entlang der zerklüfteten und nebelverhangenen
Küste.
Am späten Nachmittag suchen wir uns noch ein nettes Motel - und wie es der Zufall will,
fast am Ortsausgang finden wir dann auch noch eine gemütlich eingerichtete Kneipe, wo wir
uns einen der berühmten Maine-Lobster genehmigen, frisch gefangen und spottbillig ... und
die anderen Gäste hatten auch ihre Unterhaltung, indem sie uns beim Essen zusehen
konnten. |
| Montag, 24.05.99 · Bar Harbour - Belfast - Camden - Portland -
Biddeford |
Heute hat er uns eingeholt - der Regen ... Wie schon vor 5 Jahren
erreichen wir Belfast in strömenden Regen, essen dort zu Mittag und laufen anschließend
auch durch den kleinen Ort Camden mit des Regens wegen eingezogenem Kopf. Also auf den
Highway - Portland und Regen, Freeport und Regen ... Weiter nach Kennebunkport, keine
Unterkunft gefunden, also zurück nach Biddeford, dort in einem kleinen Motel eingecheckt
und die Hoffnung auf besseres Wetter nicht aufgegeben. |
| Dienstag, 25.05.99 · Biddeford - Kennebunkport - Boston - Hyannis
(Cape Cod) |
Am Morgen ist das Wetter besser, wir fahren wieder nach Kennebunkport
(Ex-Präsident Bush's Sommerdomizil), inspiziern dort den kleinen Yachthafen fahren dann
weiter in Richtung Massachussetts. In einer Outlet-factory-mall in Kittery schauen wir
noch mal nach Levis, Nike und Co. vorbei, allerdings ohne etwas zu kaufen.
Dann steht Boston auf dem Programm. Wieder müssen wir in einem der "billigen"
Parhäuser unser Auto abstellen: 24$ für die 4 Stunden, da bleibt einem die Spucke weg.
Aber anders hätten wir auch keinen Platz gefunden, da die Innenstadt einer einzigen
Baustelle gleicht. An dem verbleibenden Nachmittag durchstreifen wir die Stadt auf dem
Freedom-Trail durch die Downtown und die ältesten Stadtviertel Bostons, wo auch das
älteste Haus der USA steht. Hier glaubt man sich manchmal nach Italien versetzt, auch die
Straßensprache ist italienisch ...
Und das Wetter meint es gut mit uns - strahlender Sonnenschein hat sich eingestellt.
Zur besten Zeit - also zur Rushhour - verlassen wir dann Boston in Richtung Cape Cod.
Unterwegs stoppen wir noch bei der "Mayflower", dem nachgebildeten Schiff der
ersten Besiedler Nordamerikas.
Auf der Halbinsel Cape Cod finden wir dann in Hyannis unser Quartier in einem kleinen
Motel für die Nacht - bei Sears gibts Jeans und bei Dennys gibts Abendbrot. |
| Mittwoch, 26.05.99 · Hyannis - Cape Cod - Rhode Island - Groton
(Connecticut) |
Heute steht eine Rundfahrt über die Cape Cod Halbinsel auf dem
Programm. Frühmorgens machen wir uns auf die Suche nach eine Frühstück und wir landen
wieder bei Dunkin' Donuts, dann gehts immer entlang der Küste zuerst nach Osten, dann
biegt die Coastline ab nach Norden. Durch eine weitläufige Dünenlandschaft nähern wir
uns der Nordspitze von Cape Cod und stranden endlich in Princetown, wo es uns aber auch
nicht allzu lange hält.Da unser heutiges Tagesziel irgendwo in in Connecticut liegen
soll, halten wir uns hier nicht allzu lange auf, sondern treten den Rückweg Richtung
Massachussetts an.
Über Rhode Island, dem kleinsten Bundestaat der USA, erreichen wir am frühen Abend
Groton in Connecticut, wo wir wieder in einem Motel absteigen. |
| Donnerstag, 27.05.99 · Groton - New York City |
Nach wenigen Minuten haben wir die I-95 erreicht, die schnurstracks
hinein nach New York City führt. Der Verkehr wird allmählich immer dichter, aber wir
packen es schon. Am Stadtrand von New York tanken wir die Karre noch mal randvoll,
anschließend rücken wir über die Triboro-Bridge nach Manhattan ein (wieder um ein paar
Dollar ärmer) und erreichen auf dem Franklin D. Roosevelt Drive die 43. Straße, wo die
Rückgabestation für unseren Wagen sein soll. Nach einer Runde um den BLock finden wir
die kleine Einfahrt und sind froh, den Wagen ohne Beule abstellen zu können.
Mit den schweren Reisetaschen gehts dann zu Fuß zur 32. Straße, gegenüber dem Madison
Square Garden beziehen wir Logis im Pennsylvania Hotel. Aber die Lobby schaut besser aus
als die Zimmer - aber da wird man in New York ohnehin nicht verwöhnt.
Gegen Mittag haben wir unsere Taschen im Zimmer abgestellt und ab gehts ins Getümmel.
Ziel ist die Gegend um Grand Central Station und Chrysler Building mit einem Abstecher zu
den United Nations, von dort zum Central Park mit dem Hotel Park Plaza. Es ist schon
erstaunlich, welche Ruhe man im Central Park nur ein paar Gehminuten abseits der großen
Avenues findet.
Und weiter geht die wilde Hatz, wir laufen fast den ganzen Broadway runter bis zur 34.
Straße und biegen dann Richtung Empire State Building ab. Die Schlangen am Lift halten
sich in Grenzen und für gut 6$ ist man dabei, wir fahren hoch bis zur 86. Etage, der
offenen Plattform. Der Ausguck im 102. Floor ist wie schon vor 4 Jahren geschlossen. Aber
die Aussicht ist hier im herzen Midtown-Manhattans unbeschreiblich schön. Langsam
erglüht die Stadt im Abendlicht und in den Häuserschluchten glimmen die Rücklichter
unzähliger Autos. |
| Freitag, 28.05.99 · New York City |
Heute haben wir noch einen ganzen Tag zur freien Verfügung: Mit der
U-Bahn fahren wir an die Südspitze Manhattans bis Wall Street und reihen uns im Battery
Park in die lange Schlange der Wartenden ein, die hinüber zur Freiheitsstatue wollen.
Aber auch hier geht es schneller als gedacht, wir entern das Schiff und nach wenigen
Minuten haben wir die gesamte Skyline Manhattans bei bestem Wetter vor uns liegen.
Nach einem Rundgang über Liberty Island fahen wir weiter nach Ellis Island, dem Platz,
den früher alle Einwanderer nach den USA passieren mußten. Durchschnittlich 2.000
Menschen mußten hier täglich die Einwanderungsprozedur über sich ergehen lassen. An
Spitzentagen waren es bis zu 10.000 Menschen ...
Anschließend werden wir mit einer einstündigen Wartepause bestraft, ehe wir mit einer
der letzten Fähren zum Battery-Park zurückfahren können.
Jetzt meldet sich ein schlimmer Durst, der uns Pier 17 ansteuern und in einem Pub landen
läßt. Dank der Freundlichkeit des Barkeepers erhalten wir ein Bier umsonst ... Über die
China-Town und Little-Italy finden wir wieder zur U-Bahn an der Canal-Street und fahren
zurück ins Hotel. |
| Samstag, 29.05.99 · NYC und Abflug nach Frankfurt |
Da unser Flieger erst am späten Nachmittag geht, deponieren wir unser
Gepäck gegen eine kleine Gebühr im Hotel und haben nun die Hände frei für einen letzen
Bummel durch New York. Mit der U-Bahn fahren wir wieder Richtung Süden und steigen am
World-Trade-Center aus. Ach hier ist der Andrang auf die Aussichtsplattform des WTC recht
gering; der Expreßlift bringt uns binnen einer Minute die 400 Meter nach oben. Und dann
liegt die Stadt wieder zu unseren Füßen! Direkt an der Scheibe stehend kann man zwischen
den Füßen hindurch 400 Meter in die Tiefe sehen.
Trotz der Höhe ist es hier oben fast windstill.
Doch langsam wird es Zeit, zum Pennsylvania zurückzufahren und die Taschen zu holen. Am
frühen Nachmittag nehmen wir die Express-U-Bahn von der Penn-Station zum JFK-Airport und
kommen dort grade noch rechtzeitig an, denn die Abflugzeit war eine Stunde nach vorn
gezogen worden ... |
| Sonntag, 30.05.99 · Ankunft in Deutschland |
Am frühen Morgen landet unser Flugzeug in Frankfurt - schnell
ist die Paßkontrolle erledigt (wie immer kommt unser Gepäck fast wieder als letztes) und
wir begeben uns auf die letzten 300 km unserere Pfingsttour. |
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