Grönland
Expedition Discobucht
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Kopenhagen
10.07.02 Fahrt nach Kopenhagen
Start gegen 05:00 Uhr mit dem Auto in Richtung Berlin und weiter nach Rostock zum Überseehafen. Mit einer Fähre der SCANDLINES setzten wir um 12:00 Uhr nach Gedser in Dänemark über. Die Fährüberfahrt dauerte rund 2 Stunden und nach weiteren 1½ Stunden Fahrt erreichten wir die Metropole Kopenhagen. Bis zum Abflug um 20:05 hatten wir noch genügend Zeit und fuhren deshalb noch ins Zentrum : Tivoli , Hauptmarkt und Shoppingmeilen... Zum Schluß noch einen Drink in einem Straßenrestaurant... und ab ging es zum Flughafen Kastrup.
Der Check In für unseren Flug mit SAS nach Kangerlussuaq war schnell erledigt und so konnten wir uns am Airport noch etwas umsehen. Gegen 20:30 Uhr hob die Boeing 767 der SAS dann endlich ab. Zu unserem Erstaunen hatten wir Plätze in der Business-Class bekommen. So läßt sich der 4½ stündige Flug locker aushalten! Über die Nordsee und den Nordatlantik erreichten wir schließlich die Ostküste Grönlands mit Bergen und ewigem Eis bei herrlicher Sicht .
Weiter ging es Richtung Kangerlussuaq und um 20:40 Uhr setzte der Jet auf dem ehemaligen amerikanischen Militärflughafen auf. Nach Empfang des Gepäcks wurden wir zur MS Brand Polaris gebracht.
Sisimiut
11.07.02 Ankunft gegen 11:00 Uhr in Sisimiut
Heute galt es die zweitgrößte Stadt Grönlands, Sisimiut zu erkunden. Bei herrlichem Wetter unternahmen wir einen Stadtrundgang. Die Häuser sind alle bunt bemalt, die Berge der Region waren durch die klare Luft zum Greifen nah. In der Sonne dösten die ersten Huskies und zum Schluß besuchten wir noch die älteste Holzkirche Grönlands und das Museum. Am Hafen gab es dann noch an der Frittenbude eine Erfrischung, bevor wir wieder an Bord unseres Schiffes gingen.
Queqertarsuaq
12.07.02 Ankunft um 08:00 in Queqertarsuaq
Nach längerer Nachtfahrt erreichten wir am Morgen das ehemalige Wahlfängerzentrum Queqertarsuaq, den mit 1100 Einwohnern einzigen Ort auf der Disko-Insel.
Leider war das Wetter ziemlicher Mist und die gebuchte Hundeschlittentour auf dem Lyngmarksgletscher fiel den widrigen Umständen zum Opfer ... Naja was soll es!
Als Alternative war ein Stadtrundgang zu den ersten sichtbaren Eisbergen in der Bucht angesagt. So viel Aufregendes gab es nicht zu sehen und wir kehrten alsbald zurück. Mit dem Zodiak wurden wir schließlich wieder auf das Schiff gebracht.


Ukkusissat

13.07.02 Stopp in Ukkusissat
Ukkusissat ist der nördlichste Punkt unserer Reise. Bereits die Anfahrt zum Ort war traumhaft schön: Steile Berge, eingehüllt in Nebelschwaden und überall Eisberge und Schnee. Dazu noch die reine Luft... Wahnsinn!
Mit dem Zodiak wurden wir wieder zur Siedlung übergesetzt und hatten Zeit für einen Rundgang. Überall wurde der berühmte Stockfisch getrocknet und die Huskies waren auch allgegenwärtig.
Oberhalb des Ortes bot sich am Heliport ein wunderbares  Panorama über die mit Eisbergen gespickte Bucht, flankiert von den schneebedeckten Granitbergen der Diskoregion.
Uummanaq
Weiterfahrt nach Uummanaq:
Am Mittag erreichten wir wieder bei Traumwetter Uummanaq. Bereits die Hafeneinfahrt war ein Erlebnis. In Schrittgeschwindigkeit passierte die Brand Polaris die blendend weißen Eisberge der Bucht - dazu das kristallklare Wasser des Meeres... Ein Traum !!!
Gleich hinter Uummanaq erhebt sich der 1170 Meter hohe Hausberg des Ortes.
In der Überlieferung stellt der Berg das Herz einer Robbe dar.
Nach einem kurzen geführten Stadtrundgang boten sich auf einer schönen Wanderung zum "Haus des Weihnachtsmannes" herrliche Rundblicke hinüber zum Inlandeis und zu den hunderten Eisbergen in der Bucht.
Am Nachmittag war noch ein Sonnenbad auf dem Oberdeck der Brand Polaris angesagt, ehe wir Uummanaq gegen 19:00 Uhr in Richtung Saqqaq verließen.
Saqqaq
14.07.02 Saqqaq
Ankunft in Saqqaq gegen 09:00 Uhr . Per Zodiak wurde unsere Touristengruppe zur kleinen Ortschaft Saqqaq übergesetzt. Auch hier unternahmen wir einen kurzen Stadtrundgang zur Kirche, wo gerade der sonntägliche Gottesdienst abgehalten wurde. Die Saqqaq-Bucht war mit einer Vielzahl von Eisbrocken gefüllt und auch auf dem offenen Meer trieben wieder die Eiskolosse vorbei.
Gegen 11:00 Uhr hieß es Anker lichten und die Route führte uns weiter zum Gletscher Eqip Sermia. Nach 6 Stunden Fahrt erreichten wir den Gletscher, der auf einer Länge von 7 Kilometern direkt ins Meer kalbt. Die Abbruchkante ist ca. 100 Meter hoch.
Auch hier hieß es ab ins Zodiak, um dem Gletscherbruch näher zu kommen. Nach einer schönen Runde im Gletschergebiet kehrten wir zum Schiff zurück.
Zum Abschluß des Tages gab es noch auf dem Vorderschiff einen Aperitif mit Whisky auf tausendjährigem Eis als Cooler, um gegen 19:30 Uhr in südlicher Richtung nach Ilulissat aufzubrechen.
Ilulissat
14.07.02 Ankunft in Ilulissat
Um 23:00 Uhr erreichten wir Ilulissat und liefen in den Naturhafen ein. Per Handsteuerung dockte unser Kapitän am Pier an. In der angrenzenden Fischfabrik ging es hoch her... Der frisch angelandete Fisch wird hier sofort weiterverarbeitet.
15.07.02 Erlebnistag in Ilulissat
Am Morgen stand nun ein weiterer Höhepunkt der "Expedition Diskobucht" auf dem Programm: Ein Heliflug von Ilulissat aus zum Kangia-Gletscher, dem produktivsten Gletscher der nördlichen Hemisphäre.
Der Flug dauerte bei schönstem Wetter ca. 20 Minuten bis zum Landepunkt hoch über dem ewigen Eis. Es boten sich ständig spektakuläre Anblicke der bizarren Eisformationen. Vom Landepunkt aus war das Panorama ein Traum: Bis zum schier unendlichen Inlandeis und auch über die restliche Welt aus Schnee und Eis.
Nach 45 Minuten Aufenthalt flog unsere Gruppe wieder zurück zum Airport mit herrlichen Eindrücken der bizarren Eiswelt. Auch Robben gab es zu sehen.
Nachmittags gingen wir gleich nochmals auf Tour. Diesmal fuhren wir mit einem Kabinenboot ca. 1 Stunde zum Ilulissat-Eisfjord - der klassische Bootsausflug.
Ein unvergeßliches Erlebnis in einer kalten, mystischen und großartigen Welt: Eisberge, Eishöhlen, glitzernde Eiswände und Schmelzbäche. Das Auslaufen der Brand Polaris war auch wieder ein Highlight. Die Landschaft und das Eis spiegelte sich im ruhigen Wasser des Meeres - ein nachhaltiger Eindruck... das Abendessen konnte nur warten.
Færinge Nordhavn
16.07.02 Weiterfahrt nach Faeringe Nordhavn
Über Nacht fuhr unsere MS Brand Polaris gen Süden und ankerte am frühen Morgen im Fjord von Faeringe Nordhavn. Wer wollte konnte sich per Zodiak anlanden lassen und die Gegend erwandern.
Wir hatten aber nicht so die richtige Lust und blieben auf dem Schiff. Im Nachhinein war zu erfahren, daß der Trip auch nicht das Optimale war: Gab es doch vor Ort eine ziemliche Mückenplage mit erheblichen Stichverletzungen für die Wanderer ...
Am Abend fuhren wir in den Söndre Stromfjord ein. Wir besuchten noch die Brücke des Schiffes und erlebten die Mitternachtssonne hautnah.
Es gab um Mitternacht noch herrlichen Sonnenschein an den Flanken der über 1000 Meter hohen Berge... Das Gestein leuchtete in herrlichem rot.
Söndre Stromfjord
17.07.02 Ankunft in Söndre Stromfjord (Kangerlussuaq)
Nach der Fahrt durch den 170 km langen Stromfjord erreichten wir gegen 07:00 wieder den Ausgangspunkt unserer Reise. Bereits um 07:30 gab es Frühstück und nach dem Ausbooten waren wir um 09:00 Uhr vom Schiff.
Bis zum Rückflug um 21:45 hatten wir also noch genügend Zeit. Es wurden auch noch einige geführte Touren angeboten,doch wir mieteten uns ein Mountainbike und fuhren damit die 25 km zum Inlandeis.
Die Tour dauerte 3 Stunden oneway ... Es ging ziemlich bergauf und der Weg war nicht "erste Sahne", für Grönlandverhältnisse wiederum auch nicht zu schlecht.
Auf der Hinfahrt trafen wir noch zwei Karibujäger mit Beute und sahen auch einen Moschusochsen in der Ferne. Endpunkt der Tour war der Beginn des Inlandeises, welcher als Gletscherbruch hier beginnt.
Auf der Rückfahrt gings ständig bergab, aber nun war ein schöner Landregen unser ständiger Begleiter... Mist. Die Moral der Truppe war etwas angeschlagen!
Nach Ankunft am Airport und kurzer Erfrischung stieg jedoch der
"Gutelaunefaktor" wieder steil an und der Tag war gerettet. Inzwischen haben wir auch unseren Check In für den Rückflug vollzogen und wanderten nochmals durch den "Ort" Kangerlussuaq.
Am späten Abend wurde zum Boarding gerufen und pünktlich hob die B767 der SAS mit Ziel Kopenhagen ab.
Heimfahrt
18.07.02 Landung in Kopenhagen
Arrival in Kopenhagen um 06:00 Uhr. Nach Erledigung aller Formalitäten und kleinem Frühstück (27,00 EUR für 2 Personen ... Da hat es mich fast umgehauen!) fuhren wir nochmals ins  Zentrum der Stadt. Via Gedser kamen wir schließlich am Nachmittag mit der SCANDLINES wieder in Rostock an und begaben uns alsbald auf die 500 km Rückweg nach Sachsen.
Einziger Höhepunkt war ein 1½ stündiger Stau auf der A9 bei Dessau... echt ätzend. Rund 16 Stunden nach der Landung sind wir schließlich wieder zu Hause im Vogtland angekommen.