Ägypten
Pyramiden, Nil und Rotes Meer
Mohammed Ali Moschee Kairo (44100 Byte)
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Wasserpfeifenraucher (56825 Byte)
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Karnaktempel (57509 Byte)
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Abu Simbel (54511 Byte)
Der Nil, Afrikas großer Strom läßt Oasen gedeihen und Kulturen entstehen. Ohne ihn wäre Ägypten unbewohnbares Wüstenland. Noch liegt die Dämmerung wie ein kühler Schatten über der Wüste – nur die Rufe der Muezzins hoch auf den Minaretten stören den Frieden. Die Vorboten der Sonne färben den Himmel ein, und schon bald wärmen ihre ersten Strahlen den nachtkalten Fels des Tempels von Abu Simbel im Süden Ägyptens.

Unbeweglich schauen die Pharaonen über das Wasser; ihre versteinerten Gesichter bleiben unberührt vom Zauber der frühen Stunde. Schon mehr als eine Million Male haben die gewaltigen Ramses-Statuen die Sonne über dem Nil aufgehen sehen.
Gott der Fruchtbarkeit, gütiger Vater, König der Flüsse – die Verehrung des Nils ist grenzenlos wie sein Lauf. Gespeist von Wassern aus Ruanda und Burundi, durchdringt er die Regenwälder Ugandas, fließt durch das Hochland von Äthiopien, bahnt sich seinen Weg durch die Sümpfe und Steppen des Sudan. Und schließlich, auf dem Weg nach Norden, durchquert er die Wüsten Ägyptens, bis er, zum Delta verzweigt, nach 6671 Kilometern seine Fluten ins Mittelmeer entläßt.

Christen und Muslime leben an den Ufern des Nils, und die Stämme des östlichen Afrikas opfern ihm wie einem Gott. Die wilden Tiere trinken von seinem Wasser, und zahllosen Flußpferden, Krokodilen und Wasservögeln bietet er einen Lebensraum. Der Nil hat menschliche Eingriffe wie Dämme und Kanäle ertragen. Zahllose Kriege wurden an seinen Ufern ausgefochten.

Immer wieder wird dem Nil der Längenrekord unter den großen Strömen der Erde nachgesagt – auch wenn der Amazonas 79 Kilometer länger sein soll.
Doch was stört es den Göttlichen. Ohne ihn gäbe es kein menschliches Leben im Wüstenland Ägyptens und Nordsudans.
Ohne ihn wäre die sagenhafte Entwicklung der pharaonischen Kultur vor 5000 Jahren niemals möglich gewesen.

Auch heute blüht hier das Leben in bunten Farben: Frauen kommen an den Fluß, um Wasser zu holen, Wäsche zu waschen oder die Kinder zu baden. Bauern treiben Ochsen und Dromedare zum Wasserschöpfen um archaische Brunnen.
Fischer mit strahlend weißen Turbanen beladen ihre Felluken, und ihre glockenförmigen Gewänder blähen sich im Wind wie die Segel ihrer Boote. Entlang des Flusses ducken sich Lehmhäuser unter windschiefen Palmen.

Hinter Assuan rücken die Ufer des Nils wieder näher zusammen, üppig grüne Inseln hemmen seinen Lauf. An dieser Stelle versuchte Ägyptens ehemaliger Präsident Nasser, sich ein Denkmal zu setzen: den Assuan-Hochdamm. Die gewaltige Mauer staut den Nil zu einem 500 Kilometer langen See, reguliert sein Steigen und Fallen und befreit Ägypten von den Launen des Flusses.