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Auf Eriwan
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... This is not Amerika ...
Reise mit dem Trabi in den Kaukasus 19.07.1985 - 16.08.1985

Reifenpanne (48911 Byte)
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Armenien (29498 Byte)
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Helikopterflug im Kaukasus(48272 Byte)
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Kasbek (39833 Byte)
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Totenstadt auf dem Terekplateau (51311 Byte)
Jörn, Gunther und Steffen auf großer Abenteuertour ... Mit etwas Glück konnten wir beim damaligen Reisebüro der DDR im Frühjahr 1985 eine PKW - Reise nach Rußland buchen.
Anfang Juli liefen dann die Vorbereitungen auf Hochtouren . Jörn beschaffte als Autoschlosser die nötigen Ersatzteile und wir anderen Teilnehmer legten einen Proviantvorrat an , den wir in den kommenden 4 Wochen sicher brauchen würden.
Start
Am 19.07.85 gegen 20:00 Uhr ging es endlich los. Innerhalb einer Stunde waren wir an der tschechischen Grenze bei Bad Brambach und nach "nur" 1 ½ Stunden Grenzprozedur durften wir passieren.
Schnell brachte uns der Trabant nach Prag und von dort auf gut ausgebauter Autobahn weiter nach Brünn. Anschließend ging es Richtung Hohe Tatra. Unser Nachtquartier bezogen wir am 20.07.85 kurz vor der Russischen Grenze, nun bereits über 1000 km von zu Hause entfernt.
Am nächsten Morgen erreichten wir gegen 08:00 Uhr die slowakisch-russische Grenze. Der Grenzübertritt war nach 3 Stunden geschafft. Im russischen Grenzgebäude war die Touristinfo untergebracht und wir erhielten jetzt die notwendigen Unterlagen und Benzingutscheine zur Weiterreise. Also auf gehts!
Auf katastrophalen Straßen durchquerten wir den Karpatenbogen und erreichten gegen 20:00 Uhr unseren ersten Etappenort Rovno in der Ukraine.
Ukraine
22.07.85: Startschuß zur Etappe nach Kiew. Den Start durchkreuzte aber unsere 1. Reifenpanne. Innerhalb weniger Minuten war der Schlauch aber gewechselt und es konnte endlich losgehen.
Die Etappe führte uns durch wenig abwechslungsreiche Landschaft durch die Ukrainische Ebene in die Hauptstadt Kiew. Nach 5 Stunden waren wir da, fanden dann nach einstündiger Irrfahrt den Campingplatz. Den Tagesabschluß bildete ein kurzer Bargang.
23.07.85: Bereits um 5 Uhr summte der Wecker und innerhalb kurzer Zeit befanden wir uns auf dem Highway in Richtung Charkow, dem heutigen Etappenziel. Auf halber Strecke ereilte uns unsere 2.Reifenpanne. Wieder mußte der Schlauch gewechselt werden. Ein ebenfalls "gestrandeter" russischer Trucker pumpte uns mit dem LKW-Kompressor gleich den Reifen auf, hatten wir doch keine Luftpumpe im Gepäck!
24.07.85: Heutiger Zielort war Rostow am Don. Es ging einmal ohne Panne ab. Von Charkow kommend durchquerten wir das Donezbecken, eine wenig interessante Industrieregion der Ukraine. Nach dem Check In im Motel unternahmen wir noch einen Stadtbummel und hielten uns einige Zeit am Strom des Don auf.
Kaukasus
25.07.85: Jetzt näherten wir uns bereits dem eigentlichen Ziel des Urlaubs. Der Kaukasus war in Pjatigorsk, dem Kurbad Südrußlands bereits nahe. Nach der obligatorischen Irrfahrt fanden wir endlich auch den Campingplatz von Pjatigorsk. Am Abend gab es noch Sekt in der Bar zur Einstimmung auf den ersten Höhepunkt der Reise ... Eine Bustour in das Elbrusgebiet.
26.07.85: Um 08:00 Uhr fuhr der Bus vor und recht zügig ging es hinein in die Bergwelt zu Füßen des Elbrus, des mit 5642 Metern höchsten Berges des gesamtem Kaukasus.
Nach 3 Stunden Fahrt stoppte unser Bus in Itkol. Von hier aus brachte uns eine Seilbahn in 3500 Meter Höhe und ein weiterer Lift bis auf 4200 Meter zum Elbrusplateau. Es bot sich ein herrliches Panorama der verschneiten Berg- und Gletscherwelt. Ein für uns "Ossies" ungewohnter Anblick.
Gegen 15:00 Uhr erfolgte die Rückfahrt nach Pjatigorsk. Am Campingplatz angekommen, wollten wir für den kommenden Tag eine weitere Bustour buchen. Das hat allerdings nicht geklappt und die Stimmung war etwas gedämpft ... Wir gingen in die Bar, aber der Bargang half auch nichts!
Frust
27.07.85: Gammeltag - Da ja mit der Bergtour nichts wurde, beschlossen wir auf ein Pferdgestüt zu fahren und einige Runden in Wildwestmanier auf einem Pferderücken zu drehen. Für einen verkorksten Tag genau das Richtige. Nach einigen Kilometern auf staubigen Wegen erreichten wir den Ort des Gestüts und kauften im Dorfshop noch etwas ein. Wieder am Auto angelangt wartete schon der Dorfsheriff und wir wurden "verhaftet" wegen Verlassens der vorgegebenen Autoroute.
Nach geraumer Zeit und mehreren Telefonaten des Sheriffs konnten wir aber wieder weiterfahren. Per Seilbahn fuhren wir in Pjatigorsk angekommen auf den Hausberg des Kurortes, den Maschuk.
Der Abend endete mit einem Saunagang auf dem Campingplatz. Wir schwitzten eine Stunde lang unseren Ärger über den verlorenen Tag heraus.
28.07.85: Zweiter Versuch, um in die Hochgebirgsregion des Dombaitals zu gelangen. Von deutschen Touristen hatten wir Karten für den Bustrip angeboten bekommen. Der Bus war aber überbucht ... Kurzerhand wurden ein paar Stühle in den Gang gestellt, jedoch bockte jetzt der Busfahrer. Wir mußten erneut zurückbleiben. Da uns der Pferderitt am Vortag verwehrt blieb, fuhren wir jetzt zur Pferderennbahn, um etwas Abwechslung zu haben. Es war aber nicht viel los ... Ein weiterer "gigantischer" Urlaubstag wurde bei Cognac und Bier in der Bar des Campingplatzes beschlossen.
Wladikavkaz
29.07.85: Unser heutiges Fahrtziel war Wladikavkaz (Ordshonikidse), die Stadt unmittelbar an den Ausläufern des Kaukasus. Während der ganzen Fahrt hatten wir eine herrliche Sicht auf die schneebedeckten Berge. Auch der Elbrus zeigte sich in ganzer Pracht. Nach dem Einchecken im Hotel "Vladikavkaz" buchten wir für den Nachmittag eine geführte Tour mit eigenen PKW`s in die Berge.
Am frühen Nachmittag startete die 5 Autos starke Wagenkolonne zu diesem Ausflug. Wir benutzten eine Mitfahrgelegenheit und ersparten unserem Trabi die Schotterstraßen oben in den Bergen. Es ging die Terek-Schlucht entlang zu einem Hochplateau. Die Dörfer hier oben waren alle von Wehrtürmen umgeben. Endpunkt der Tour war die "Totenstadt". Eine Ansammlung von turmartigen Grabbauten, in denen Dank des Klimas die Toten schon Jahrhunderte als Mumien liegen.
Nach dem Besuch der Totenstadt setzte sich der Konvoi wieder talwärts in Bewegung und wir erreichten gegen 20:00 Uhr wieder das Hotel. Den Abschluß des Tages bildete ein Restaurant- und Barbesuch im "Vladikavkaz".
30.07.85: Kurz vor der Abfahrt nach Jerewan (Eriwan) blieb noch Zeit für einen Blick vom Balkon des Hotels hinüber zum Kasbeg (5033m). Wir befuhren heute die Grusinische Heerstraße, die den Hauptkamm des Kaukasus in 2400 Meter Höhe überquert und dann nach Tiflis führt.
Nach 40 km Fahrt legten wir in Kasbegi den ersten Tankstopp ein. Gratis gab es einen herrlichen Blick auf den mit ewigem Eis bedeckten Kasbeg-Gipfel dazu. Faszinierend !!!
Der Trabi brachte uns anschließend auf einer gut ausgebauten Serpentinenstraße zum Kreuzpaß in 2400m Höhe. Dort angekommen verließen wir den europäischen Teil Rußlands und gelangten nach Georgien.
Rasant fuhren wir wieder hinab ins Georgische Tiefland und weiter nach Aserbaidshan. Es wechselten sich Wüste und Steppe ab, um dann in Armenien wieder in grünes Umland überzugehen.
Erneut ging es auf fast 2000 Meter , zum Sewanpaß, unserem Etappenort vor den Toren Eriwans. Wir bezogen unser Quartier und genehmigten uns ein Bad in den eisigen Fluten des Sewan-Bergsees. Das war vielleicht kalt!
Eriwan
31.07.85: Auf dem Tagesplan stand Eriwan (Jerewan), die Hauptstadt Armeniens. Auf einer vierspurigen Autobahn waren wir schnell in Eriwan angelangt. Eine eilig gebuchte Stadtrund fahrt erwies sich als "Luftnummer". Am Nachmittag besuchten wir individuell die Tempelanlage von Garni und das Kloster Gekhard. Das war schon besser. In der Ferne sahen wir die Silhouette des Berges Ararat (5600m), des heiligen Berges der Armenier, der allerdings bereits auf türkischem Territorium steht.
Auf dem Rückweg neigte sich das Benzin dem Ende, Spritgutscheine lagen im Hotel am Sewansee ... Perfekt!
Nach einigen Kilometern stotterte der Motor und es war "Sense". Vor dem nächsten Anstieg bleiben wir stehen. Wir glaubten unseren Augen kaum ... Genau dort stand ein Tankwagen mit Zapfpistole hintendran. Umgehend wanderten 5 Liter Treibstoff für ein paar "Schwarzrubel" in unseren Kanister - Wir waren gerettet! Schnellstmöglich fuhren wir weiter zum Sewansee und ließen den Tag mit einem Barbesuch ausklingen.
01.08.85: Kurze Etappe mit Umzug ins Hotel "Ani" in Jerewan. Wir machten einen Stadtrundgang und besuchten am Abend den zentralen Platz mit den farbenprächtigen Wasserspielen.
02.08.85: Besuch des Klosters Edschmiadzin, in dem eine Vielzahl alter armenischer Kirchenreliquien aufbewahrt werden.
Überall gab es Gold und Edelsteine, wertvolle Teppiche schmückten die Wände der Klosterkirche. Am Abend gab es einen Folkloreabend im Städtischen Opernhaus. Von unseren Reisebegleitern als "Bargänger" bezeichnet, traute man uns solche Aktivitäten garnicht zu. Nach dem Kulturevent gab es aber natürlich noch eine Flasche Sekt als Absacker.
Tiflis
03.08.85: Fahrt via Sewansee mit "Badeaufenthalt" nach Tiflis.
04.08.85: Vormittags Stadtbummel in Tiflis und am Nachmittag Stadtrundfahrt in unserem Trabant zusammen mit "Joe" - unserem Privatguide ... Das war vielleicht ein Typ. Wir fuhren mit "Joe" verschiedene markante Punkte der Stadt an und mit der Seilbahn ging es auch noch auf den Hausberg der Stadt.
05.08.85: Fahrt nach Gori, der Geburtsstadt von Stalin. Ein wenig "Rotlicht" mußte halt auch im Urlaub sein. Wir besuchten in Gori das Stalinmuseum, in dem allerlei Krimskrams den Personenkult des Diktators am Leben hielt.
Schwarzes Meer
06.08.85: Tagesziel Suchumi am Schwarzen Meer. Als 2. Auto verließen wir Gori sehr zeitig, um noch etwas vom Tag in Suchumi zu haben. Gegen Mittag erreichten wir die Hafenstadt am Schwarzen Meer. Es war ein schöner, aber ungewohnter Anblick , als am Straßenrand und in den Parks überall Palmen standen.
Die Campingplatzsuche war unlösbar. Wir buchten ein Taxi als Navigator. Am Nachmittag war Baden und der Besuch des Botanischen Gartens angesagt.
07.08.85: Fahrt Suchumi - Sotschi entlang des schwarzen Meeres mit Besuch des Riza-Bergsees. Wir bezogen einen Wohnwagen im Hotelkomplex Dagomys.
08.08.85: Hubschrauberflug in die Berge
Ein Highlight des Urlaubs! Wir flogen ca. 20 Minuten in die Berge und landeten auf einer Alm mit herrlichem Bergpanorama. Nachmittags nervige Stadtrundfahrt in Sotschi.
09.08.85: Strandtag mit Faulenzen und kühlen Getränken
10.08.85: Ruhetag mit Tennismatch
Rückfahrt
11.08.85: Heute ging es nach Krasnodar. Die ersten 150 km verliefen entlang des Schwarzen Meeres. Als die Straße ins Landesinnere abbog, war der Urlaub eigentlich gelaufen. Jetzt hieß es nur noch fahren , fahren , fahren und dies 3500 km bis ins Sächsische Vogtland.
12.08.85: Fahrt nach Rostow am Don, wo wir wieder auf die Route der ersten Urlaubstage trafen.
13.08.85: Rostow - Charkow (485 km) mit Dinner und Bargang.
14.08.85: Charkow - Kiew (530 km) mit Stadtbummel in Kiew.
15.08.85: Kiew - Lemberg (Lvov - 530 km) mit ausgiebigem Restaurantbesuch in Lemberg bei Pilsner-Urquell.
16.08.85: Lemberg - Auerbach (1350 km) . Um 07:00 Uhr Ortszeit (05:00 MEZ) begann die Mammuttour nach Hause. Bis zur slowakischen Grenze mußte der Trabi nochmals die katastrophalen Straßen ertragen. Ergebnis dieser letzten Tortour war eine verbeulte Felge und ein eingedrücktes Bodenblech. Grenzübertritt innerhalb ½ Stunde - Wahnsinn!
In der Slowakei angekommen , fühlten wir uns wie zu Hause, das aber noch fast 1000 km entfernt war. Via Brünn, Prag und Karlsbad erreichten wir nach 22 Stunden Fahrt den Grenzübergang Bad Brambach, den wir in nur 2-3 Minuten passiert haben.
Eine weitere Stunde später lag die letzte Etappe dieses Abenteuers hinter uns ... Jetzt hieß es nur noch schlafen, um am Nachmittag die vielen Fragen der Freunde und Bekannten ausgiebig beantworten zu können.
Es war ein echtes Abenteuer, welches wir drei Globetrotter zusammen mit der treuen Rennpappe TRABANT - P601 erleben durften.
Auszug aus dem Originalbericht von 1985
Reiseroute:
Auerbach - Russische Grenze 1000 km
Russische Grenze - Rovno 500 km
Rovno - Kiew 450 km
Kiew - Charkow 530 km
Charkow - Rostow 485 km
Rostow - Pjatigorsk 450 km
Pjatigorsk - Vladikavkaz 460 km
Vladikavkaz - Sewansee 200 km
Sewansee - Jerewan 100 km
Jerewan - Tiflis 250 km
Tiflis - Gori 100 km
Gori - Suchumi 350 km
Suchumi - Sotschi 250 km
Sotschi - Krasnodar 460 km
Krasnodar - Rostow 290 km
Rostow - Charkow 485 km
Charkow - Kiew 530 km
Kiew - Lemberg 540 km
Lemberg - Auerbach 1350 km
8780 km
Kirche in Georgien (42026 Byte)
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Elbrus (43134 Byte)
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